Lucha Libre!

Am Sonntag ging es mit einigen anderen Reisenden und auch Einheimischen zum Lucha Libre, dem Spass-Wrestling, das in Mexiko grosse Tradition hat. Um 17 Uhr geht die Show los, vorher gibt es Tacos, Rum und Bier auf einem Strassenfest. Dann gehen wir zur Arena Mexico, die nur wenige Blocks entfernt ist.IMG_5290

Die Tickets sind nicht so teuer wie zuerst befuerchtet (100 Pesos, das sind etwa 6 Euro) und es ist eher ein Familien-Event, einige Touristen sind auch dabei.IMG_5294

Draussen warten alle moeglichen Verkaufer um uns das Geld zu entlocken, Knabberkram, Suesses, Andenken und: die klassischen Lucha-Masken!IMG_5291

Die ganze Show dauert etwa 3 Stunden, baut sich langsam auf und gipfelt im Endkampf der Hauptgegner. Bier gibt es in der Arena auch, das ist auch ganz gut so und traegt zur Stimmung bei. Die Luchadores geben alles und je laenger wir drinsitzen, um so mehr gehen auch wir mit. Es wird viel gerufen und geschrien, ich verstehe sprachlich leider kaum etwas, aber das ist nicht so schlimm denn auf deutsch kann man ja auch ganz wunderbar schimpfen und so steig’ ich einfach mit ein.

Leider sind Kameras im Innenraum nicht erlaubt und so gibt es nur ein Handy-Bild vom Innenraum in der Arena:

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(Photo credits go to David Hervel)

Die Luchadores laufen durch ein Spalier von Show-Girls in die Arena ein, begleitet von unsaeglich lauter Musik, viel Nebel und Lichteffekten. Es gibt immer zwei Teams mit jeweils drei Mitgliedern, die gegeneinander kaempfen. Zu Anfang “kaempfen”, na klar, die Anfaenger, die noch keine so grosse Fan-Schar haben. Jede Team-Runde geht ueber drei Runden, sobald ein Luchador am Boden liegt, zaehlt der Schiri bis drei, bewegt sich der am Boden festgehaltene Luchador nicht mehr, hat der oben Liegende den Kampf gewonnen; bewegt er sich wieder, geht der Kampf weiter. Es gibt zwei Kampfstile, einmal den “rudo”, was wohl soviel wie “brutal” bedeutet, und “tecnico”, der technische Stil. Sobald alle Team-Mitglieder gewonnen haben, gibt es den Team-Sieg. Je mehr Zeit verstreicht, um so bekannter werden die Kaempfer, die Zuschauer in der Arena jubeln und schreien immer mehr und feueren ihre Favoriten an (zum Beispiel mit Trompeten, Klatschaenden, bunten Lichtern oder setzen die Maske ihres Favoriten auf). Mittlerweile ist es richtig laut geworden in der Arena. Die Luchadores heissen unter anderem Fuego, Mistico und Último Guerrero, hier gibt es die aktuelle Liste der Luchadores aus Mexico DF. Interessant – und amuesant – finde ich die artistischen Einlagen waehrend des Kampfes, das erinnert teilweise schon an rhytmische Sportgymnastik oder Turmspringen, sieht streckenweise richtig gut aus und bestimmt ganz schoen anstrengend (und tut – trotz Show – an manchen Stellen sicherlich ziemlich weh, so sieht das jedenfalls aus).

Nach dem End-Kampf der Hauptkontrahenten (der ziemlich lange dauert, Mistico hat uebrigens gewonnen, ich glaube gegen Último Guerrero), gibt es noch eine Quatsch-Einlage, bestehend aus lauter skurrilen Kaempfern, die unterschiedlicher kaum sein koennten: alt, klein, dick, haarig, merkwuerdig geschminkt oder sehr gross. Erst dachten wir, dass das der Stimmmung jetzt keinen Gefallen tut, denn die war gerade auf dem Hoehepunkt. Doch nach ein paar Wuerfen hat “Porky”, der kleine dicke Kaempfer die Gunst des Publikums – und ganz ehrlich, auch unsere – gewonnen. Wir muessen herzlich lachen, wie er alle anderen mit seinem dicken Bauch einfach wegschiebt.IMG_5295

Nach der Show gehen wir gemeinsam noch ein Bier trinken und freuen uns ueber den gelungenen Sonntagsausflug. Das kann man auf jeden Fall mal machen, wenn man in Mexico ist, das war schon ziemlich lustig! Lucha libre!

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Spaziergang zum Zocalo

Samstag habe ich einen Spaziergang in die Innenstadt gemacht, die gut 3 Kilometer entfernt ist.IMG_5249 IMG_5239

IMG_5241Unterwegs bin ich auf einen Flohmarkt getroffen, diese Samstagbeschaeftigung wird anscheinend weltweit gern gehabt und ausgeuebt. IMG_5236

Die alten T1/T2 stehen und fahren hier wirklich an jeder Ecke rum, genauso wie die Kaefer:IMG_5240

Es ist wirklich ein Traum, haben will! Aahhh, oder wenigstens mal fahren will. (Schoene Gruesse an Roswitha und Joachim an dieser Stelle!) Es gibt auch Kaefer, die als Taxi fungieren. Toll, vielleicht komm’ ich ja mal in den Genuss, in einem mitzufahren.

Auf dem Weg gab es zum Mittag diesmal vegetarisches Essen vom Strassenstand: Flor de Calabasa und Gordita de Chicharon (Foto). Lecker!IMG_5237 IMG_5238

Je naeher ich an den Zocalo komme (den zentralen Platz der Stadt, an dem auch die Kathedrale steht (die aelteste aus der neuen Welt, angeblich), wird es immer voller. Und ich meine wirklich immer voller. Ich gerate mittenrein in den Strudel und lasse mich treiben. Ich bekomme eine Idee davon, was “volle Strassen” wirklich bedeutet, passe mich der Geschwindigkeit an und lasse mich treiben. Das funktioniert ganz gut. Shopping ist auch hier eine beliebte Samstagsbeschaeftigung. Wer haette es gedacht!IMG_5243 IMG_5245 IMG_5244 IMG_5246   IMG_5248

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Mexiko City erinnert mich insgesamt schon ziemlich an Berlin, mit zwei grossen Unterschieden: es ist waermer (grosser Pluspunkt!) und von der Grundgeschwindigkeit her wesentlich langsamer (empfinde ich ebenfalls als Pluspunkt). Es ist wirklich eine schoene, angenehme und groesstenteils entspannte Stadt (jedenfalls was ich davon erlebt habe). Insgesamt sind die Mexikaner auch recht leise, so empfinde ich jedenfalls. Sie hoeren zwar mega-laute Musik, aber die auf der Strasse gesprochene Sprache ist eher leise und zurueckhaltend. Ausserdem ist der Mexikaner an sich recht freundlich (ausser in der U-Bahn wie mir gesagt wurde, das habe ich selbst noch nicht erlebt), sobald man auch nur im entferntesten angerempelt wird, wird sich sofort entschuldigt. Und Insgesamt habe ich den Eindruck, dass der Mexikaner an sich wirklich gerne lacht.

Hach.

Zona Rosa y Museo Anthropologico

Am Donnerstag geht es direkt nach dem Fruehstueck zu Fuss ins neue Hostel im Stadtteil Zona Rosa. Das soll das St.Pauli von Mexiko DF sein, gentrifizierungsbedroht und aktuell vielen Veraenderungen unterworfen, was man an der Bauwut und dem teilweisen Verfall von Gebaeuden recht deutlich ablesen kann.IMG_4980 IMG_4981 IMG_4983 IMG_4989

Ein kleines, schrabbeliges aber sehr familiäres Hostel in der Calle Durango voll mit lustigen Travelern aus aller Welt (Spanien, Wales, Canada, Norwegen, GB, USA) erwartet mich.

Ich packs trozdem erstmal und gehe in das Anthropologische Muesum, laut allen Reisefuehrern ein Muss wenn man hier ist, dem kann ich nur zustimmen. Ein grossartiges Museum hinsichtlich Aufmachung, Architektur und Inhalt, voll mit der Darstellung und Entwicklung der unterschiedlichen Kulturen, die es in diesem riesigen Land gibt. Ich bin mal ordentlich beeindruckt von der Groesse des Landes und der Mannigfaltigkeit von Kulturen und Voelkern, die es hier gibt.IMG_5019

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Mehrere Stunden bringe ich in dem Museum zu bis der Kopf voll ist mit Eindruecken und einer Idee der kulturellen mexikanischen Vielfalt. Danach goenne ich mir als Staerkung einen Frucht-Gemuese-Becher mit Chilli, Limette und Salz. Ja, Salz. Also das Chilli kommt richtig gut und die Limette auch, nur das Salz passt irgendwie so gar nicht dazu und versaut den Geschmack. Das lass ich mal sein beim naechsten Mal. Mir wurde gesagt, dass es in Mexiko ein “Salz-Problem” gibt und dass deshalb nur noch ausgewaehlte Restaureants Salzstreuer auf den Tischen haben duerfen, da sich sonst hier viel zu viel Salz auf scheinbar alles gestreut wird.
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Abens geht es zurueck ins Hostel, meine Fuesse sind schon wieder voellig platt vom ganzen Laufen. Im Hostel treffe ich auf die anderen Traveler, manche sind schon seit Monaten unterwegs oder werden dies noch sein, es ist eine lustige Runde und wir gehen gemeinsam in die Bar nebenan, eine sauteure aber richtig schicke Cocktail-Bar im Stil der 20er Jahre. Gin und Absinth schmecken hier wie in jedem anderen Land der Welt und die Cocktails sind sehr lecker. Da wir jedoch alle mit eher schmalem Budget unterwegs sind, wechseln wir mit einer mittlerweile gut 10-koepfigen Gruppe in eine andere Bar unweit und trinken guenstiges Dosenbier. Die Mexikaner hier trinken den beruehmt-beruechtigten Mezcal, aber ich traue mich nocht nicht. Naechstes Mal bestimmt. Es war ein guter, llanger Tag. Buenas noches, amigos!

(Ach so, es kann sein dass ich nicht regelmasessig zum bloggen komme. Hier in Mexiko ist es ueblich, dass es zwar Internet in den Hostels gibt aber keinen Computer. Wir werden sehen. Die meisten Traveler haben hier ihr eigenes Notebook mit oder Ipad, von dem aus geblogt wird. Das ist einerseits sehr praktisch, andererseits sieht  es schon richtig bescheuert aus, wenn die z.B. in Teotihuacán mit ihren Ipads stehen und Fotos schiessen, ich weiss ja nicht. Da ist mir meine Kamera doch lieber und ein paar Tage warten aufs Internet. Oder?)

Die Pyramiden von Teotihuacán

Frueh aufgestanden und etwas gefruehstueckt. Und jetzt? Die beiden Franzoesinnen aus meinem Zimmer wollen nach Teotihuacan, ob ich mitkommen moechte. Na klar! Eine der wichtigsten Pyramidenanlagen in Mexiko und UNSECO Weltkulturerbe, ca. 40 km nordoestlich der Stadt. Wir fahren mit U-Bahn und Bus an diesen magischen Ort und sind in ca. 1,5 Stunden dort. (Kleine Anekdote am Rande: einige U-Bahnen fahren hier auf Reifen. Ich dachte ich guck’ nicht richtig, funktioniert aber scheinbar gut. Hier passt dann der Begriff “Schienenbus”.)

In Teatihuacan angekommen sind wir tief beeindruckt von der Groesse und den Ausmassen der voratztekischen Ruinenstadt.IMG_4994

Die Sonnenpyramide ist die drittgroesste der Welt, das war mir gar nicht klar im vorhinein. Wir wandern klassisch in der Mitte auf dem “Pfad der Toten”, der auf und ab geht, hin zu den Pyramiden. Das auf und ab symbolisiert das auf und ab des Lebens. Das ist nicht so leicht bei sengendem Sonnenschein, aber genau so war es wohl damals auch gedacht, kann ich mir jedenfalls gut vorstellen.IMG_5001 IMG_4995

Wir klettern auf alle drei Pyramiden, picknicken, geniessen den Ausblick und lassen die Magie dieses Ortes auf uns wirken. Es ist wirklich unglaublich und kaum fassbar, was die Menschen damals gebaut haben. Man kommt sich auf einmal recht klein und unbedeutend vor. Warum haben die das gebaut und vor allem, wie haben die das damals gemacht? Lauter Fragen tauchen auf. Man weiss leider nicht viel ueber diese Anlage, da es kaum Aufzeichnugnen aus der Zeit gibt. Und das macht sie noch ein wenig mehr mystisch.

Figuren an der Pyramide de Serpiente Emplumada (gefiederte Schlange, auch Queztalcoatl genannt, ein zentrales Symbol der Atzteken):IMG_4997

Kopf der gefiederten Schlange:IMG_4998

Sonnenpyramide (ca. 63 m hoch):IMG_5002 IMG_5005

Das Widerstandssymbol aus Pauli ist natuerlich auch am Start:IMG_5007

Mondpyramide:IMG_5006 IMG_5010  IMG_5014

Ueberlick von der Mondpyramide aufs gesamte Gelaende, in der Mitte die Calle de Muertes:IMG_5011

(Sonnenbrand war an diesem Tag uebrigens inklusive, dumb tourists!)

Spaeter zurueck in der Stadt gibt es Abendbrot an einem kleinen Strassenimbiss: “Tacos al Pastor” (auf Empfehlung von Easy, MUSS ich essen, wenn ich da bin, sagte sie), nichts fuer die Vegetarier unter euch: handtellergroße Tacos mit etwas Schweinefleisch und viel Koriander, zum selber belegen mit Zwiebeln, gruener und roter Chilli-Sosse. Gut, scharf, doppeltgut! Und auch eine kleine Sauerei, da Fingerfood:image

War insgesamt wieder ein super Tag, hasta luego!

Arribo: Mexiko!

Panorama DFDa bin ich nun, in Mexiko Stadt. Gefuehlt (und auch reel)  ist es Sommer hier bei tagsueber etwa 26 Grad Celsius und das tut mal so richtig gut. Alles hat ganz wunderbar geklappt: Abreise, Transfer, Ankunft. Untergekommen bin ich anfangs in einem kleinen Hostel in Condesa, ein eher junger und entspannter Stadtteil. Das Hostel liegt direkt neben dem riesigen Park “Bosque de Chapultepec”, das war absolut so geplant, die erste Unterkunft naemlich in einem entspannten Umfeld zu waehlen.

HostelIMG_5015Strassenimpressionen aus CondesaIMG_4973IMG_4972Am ersten Tag geht’s gleich frueh morgens nach ner kalten Dusche ab nach draussen, die Gegend und den Park erkunden. Die Polizisten am Eingang gruessen freundlich und laecheln mich an. Wie die sowieso hier alle ganz schoen freundlich sind und viel leacheln. Das gefaellt mir gut. Ausserdem ist die Grundgeschwindigkeit hier eine  – im Vergleich zu Hamburg bzw. Deutschland – recht langsame, was mir ebenfalls gut passt. Das liegt zum einen wahrscheinlich an der Mentalitaet der Einwohner, zum anderen ist es wohl der Lage der Stadt geschuldet, ueber 2.200 Meter ueber Normal Null liegt sie, das macht die Luft ziemlich duenn und auch sehr trocken. Ich schwing mich also in die lokale Geschwindigkeit ein und fuehle mich damit ziemlich wohl. Insgesamt ist es hier recht einfach, zurecht zu kommen. Mit ein paar Brocken Spanisch (meine Kenntnisse sind zwar schon etwas eingerostet, doch es geht von Tag zu Tag besser) oeffnet sich hier schnell Tuer und Tor und Herz der Mexikaner und es gibt immer wieder angenehme oder lustige Begegnungen auf der Strasse, die wohlwollend und freundlich sind. Wie zum Beispiel dieser Spass mit den Muellmaennern, die mir den “Pollo bicyclado” erst schoen in Szene setzen zum fotografieren, dann haben wir alle gelacht.

pollo bicicladoA propos Pollos: Die Mexikaner stehen total auf Haehnchen und an jeder Ecke gibt es einen Broiler-Braeter. Das ist mir aber eine Spur zu hart und sieht auch nicht wirklich lecker aus. Kein Bild!

Der Park ist toll, inmitten dieser riesigen, chaotischen und lauten Stadt erstmal etwas Gruenes sehen und entspannt ankommen.

IMG_4975IMG_4976Ich finde das “Audiorama”, ein kleiner abgegrenzter Teil des Parkes, in dem Boxen stehen und entspannte Musik laeuft, sozusagen die “Chill-Area”. Rein da und erstmal die NYTimes aus dem Flieger fertig lesen. Ich bin in Mexiko! Die Sonne scheint und es ist warm! Schon geil wie schnell das geht.

IMG_4977Weiter geht’s durch den Park auf den Berg, auf dem das Schloss Chapultepec steht und jetzt ein Museum fuer mexikanische Geschichte beherbergt. Die Aussicht ist einzigartig und so bekommt man einen guten Ueberblick uerber die Sadt, was sehr praktisch ist. Das Museum ist auch ganz huebsch, man ist aber relativ schnell durch. Ich kann mir trotzdem gut vorstellen, wie die alten Herrscher und Fuersten hier auf den riesigen schwarz-weis gekachelten Balkonen bei dem Ausblick damals so ihre Feste feierten.IMG_4978IMG_4638IMG_4985IMG_4984Nun spaziere ich in Richtung kuenstliche Seen (das ganze Ensemble erinnert doch stark an den Central Park in New York), durch von Volksfestcharakter gesaeumten WegenIMG_4986und den Botanischen GartenIMG_4988IMG_4987hin zum Ausgang und den Hochhaeusern, die ich vom Schloss aus gesehen habe. Das scheint das Bankenviertel zu sein und auf einem zentralen Kreiseverkehr steht die Unabhaengigkeitsstatue.

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Wer muss hier auch an die Gold-Else aus Berlin denken?
So langsam fuehrt mich der Spaziergang nach einem kurzen Regenschauer (dem ersten seit 2 Monaten! Ob ich den wohl aus Hamburg mitgebracht habe? Hoffentlich nicht!) zurueck ueber die Calle HamburgoIMG_4992

zum Hostel. Nach sieben Stunden auf den Fuessen kann ich auch so langsam nicht mehr. Dort angekommen gibt es Abendessen mit Bier im hosteleigenen Imbiss. Der Koch kommt auf mich zugestuermt – er weiss, das ich aus Hamburg komme – weil sein bester Kumpel aus Hamburg kommt und er die Stadt liebt, das will er mir einfach mal sagen. Hach, small world! Guter erster Tag. Buenas noches amigos!

Aufbruch

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So. Geht los.
Derdiedas Blog lag lange brach. Viel zu lange. Hat mir nicht gefallen. Passiert ist trotzdem viel. So viel, dass ich es hier nicht nachholen kann und will. Und so lange war einfach Schreibpause. Zwischendrin ist auch noch der alte Blog flöten gegangen. Komplett. Server-Umzug ohne Backup und so. 7 Jahre Text und Bild einfach weg (bitte fragt nicht, wie das passieren konnte). Schade, aber so ist das halt im digitalen Zeitalter. Irgendwann werden wir wieder in Stein meißeln.
Aber egal, gejammert wird woanders, hier jedenfalls nicht. Denn jetzt geht es weiter. Die Frage ist doch: wann macht bloggen am meisten Spaß? Richtig: Unterwegs. Und eine große Reise steht nun an. Ich beginne in Kürze eine längere Reise in eine fernes Land, in dem ich fotografieren und schreiben möchte um so die Dinge, die mir unterwegs begegnen, für einen Moment festzuhalten. Meine ganz persönliche kleine ethnologische Feldstudie sozusagen. Und damit werde ich euch hoffentlich hier endlich wieder ein wenig unterhalten. Aus der Ferne des Raumes sozusagen. Ich freue mich und bin bannig gespannt!
Und wer errät, wo es hingeht, kriegt nen Tequila von mir ausgegeben!
Adios!

Ask Me After Sunshine – Hamburg Jazz

Es ist soweit. Geschafft. Vollbracht. Vollendet.

Gute Freunde des Hauses, namentlich die Band Frag mich nach Sonnenschein haben endlich ihr Debut-Album Blaue Blume fertig gestellt! Nach mehr als 2 Jahren harter Arbeit an den Instrumenten, im Studio im Keller und gefühlten 7 Jahren Rehearsal, Diskussion, Proben und Aufnahmen, Änderungen, Verwerfungen, Mastering und schlussendlich der Produktion. Was haben sie – und wir, die Freunde – geschwitzt, genörgelt, gehört, gelitten, verworfen, gesabbelt, gegrübelt, gelacht, geraucht und getrunken. Ich nenne die Musik Hamburg Jazz und unterstütze die Jungs nur allzu gerne.

Teile des Albums inklusive Musikvideos könnt ihr euch auf der Webseite anhören. Die Bandseite ist auch hier in der Blogroll zu finden. Viel Spaß beim hören!

Und hier ist das brandneue Video zum Song Bumpertaxi:

Wie gefällt es euch?

Ich finds lustig und freue mich jedenfalls auf die Tour und werde supporten! Hat alles Spaß gemacht  mit euch, Jan, Jan, Hendrik und Ascan, CU on stage.

FETTEN HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum Album!

yeaahh.

Herbstzeit – Blogzeit

Fast auf den Tag genau 8 Monate war hier Blogpause. Es gibt viele Gründe, von denen ich jedoch keinen näher nennen möchte, denn es finden sich immer Ausreden zum nicht-bloggen. Zum bloggen übrigens auch. ;) Jetzt ist der Herbst wieder da und läutet mit großen Schritten den Winter ein. Für mich die perfekte Zeit zum nachdenken, schreiben, zur Ruhe kommen und das Gewesene – vor allem den Sommer – aufzuarbeiten. Ich werde in den kommenden Tagen und Wochen hier also mein kleines Sommer- oder auch Jahres-Review zum Besten geben und versuchen, in Zukunft wieder etwas regelmässiger zu bloggen. Damit möchte ich auch gleich anfangen. Doch dazu mehr im nächsten Artikel! Bis dahin gibt’s ein paar Herbstimpressionen aus dem Sachsenwald.

Ein besonderer Dank geht übrigens an Caro, die nämlich auch endlich angefangen hat zu bloggen – und zwar hier – und mich damit sehr motiviert hat, auch wieder einzusteigen. Herzlich Willkommen in Klein Bloggersdorf, Caro!

Das ganze Stadion

Mini-Upate bevor hier wieder jahrelang gar nichts passiert: ich war gestern endlich mal wieder im Stadion. Sitzplätze, Chef hat spendiert, großartig! Beste Sicht, direkt über der Südkurve, bisschen kühl, paar Bier, paar Kollegen, ein Tor, ziemlich maues Spiel, in der Halbzeit den alten Stehplatz in der Südkurve besucht und den Freunden dort hallo gesagt, viel Spaß gehabt, ein herrlicher Abend. Danke! Ach ja, und einer der letzten Blicke auf die alte Gegengerade.

Desiderata

oder Die Lebensregel von Baltimore

Der Sonntag eigenet sich hervorragend zum sortieren, entdecken, ordnen alter und längst vergessener Dinge.
Eben bin ich über dieses Gedicht von Max Ehrmann aus dem Jahr 1927 gestolpert und finde es so schön, das ich es einfach gerne teilen möchte, ohne weitere Kommentare.
Einen schönen Sonntag allerseits.

Desiderata

Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke an den Frieden der Stille.

…So weit als möglich, ohne dich aufzugeben,
sei auf gutem Fuß mit jedermann.
Sprich deine Wahrheit ruhig und klar aus,
und höre Andere an,
auch wenn sie langweilig und unwissend sind,
denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen.
Meide die Lauten und Streitsüchtigen.
Sie verwirren den Geist.

Vergleichst du dich mit anderen,
kannst du hochmütig oder verbittert werden,
denn immer wird es Menschen geben,
die bedeutender oder schwächer sind als du.
Erfreue dich am Erreichten und an deinen Plänen.
Bemühe dich um deinen eigenen Werdegang,
wie bescheiden er auch sein mag;
er ist ein fester Besitz im Wandel der Zeit.

Sei vorsichtig bei deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügerei.
Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen,
denn Tugend ist auch vorhanden:
Viele streben nach Idealen,
und Helden gibt es überall im Leben.

Sei du selbst.
Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor.
Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht,
denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht,
sondern wächst weiter wie Gras.

Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters,
und verzichte mit Anmut auf die Dinge der Jugend.
Stärke die Kräfte deines Geistes,
um dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen.
Quäle dich nicht mit Wahnbildern.
Viele Ängste kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Bei aller angemessenen Disziplin,
sei freundlich zu dir selbst.
Genau wie die Bäume und Sterne,
so bist auch du ein Kind des Universums.
Du hast ein Recht auf deine Existenz.

Und ob du es verstehst oder nicht,
entfaltet sich die Welt so wie sie soll.
Bleibe also in Frieden mit Gott,
was immer er für dich bedeutet,
und was immer deine Sehnsüchte und Mühen
in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien –
bewahre den Frieden in deiner Seele.
Bei allen Täuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen
ist es dennoch eine schöne Welt.

Sei frohgemut. Strebe danach glücklich zu sein.

(Max Ehrmann, 1927)