Die letzten zwei Nächte verbrachten wir im Gästehaus von Karl, es stand uns völlig frei zur Verfügung. Wunderbar gelegen an einem Fluss, in einer ruhigen Gegend, bereits sehr ländlich geprägt.


Gemeinsam mit ihm machten wir einen kleinen Kanu-Ausflug auf den Round Lake

und bestiegen danach noch einen kleinen Berg in der Gegend. Alles in allem ein sehr entspannter Tag, allerdings hat meine Pollenallergie mich fast umgebracht.
Abends waren wir bei der Familie zum Steak essen eingeladen:

yeah, now thats a real american dinner.
(bitte beachtet mal die Größe der Fleischlappen....)
Es war interessant mit ihnen zu reden, sich über kulturelle Unterschiede auszutauschen, ein wenig über Bildung und das System zu reden, die Mutter ist Lehrerin.
Zum Abschluss des Abends gab es noch Hausmusik von der Tochter, einen Vortrag auf dem Cello, sie ist Musikern. Ich glaube, ich könnte mich in klassische Musik verlieben.
Mich fasziniert diese kleinste interkulturelle Einheit, nämlich den Austausch zwischen Mensch und Mensch, one to one, oder von Familie zu Familie, es sind sehr intime Momente, die keine Seite je vergessen wird, und in einem 20minütigen Gespräch lernt man mehr als in einem ganzen Semester Ethnologie.
Danke, Familie Henke!
Am nächsten Tag geht es nach Green Bay, dort schauen wir uns (mal wieder ) ein Museum an, diesmal aber eins von der Sorte Freiluft, es behandelt die Siedlergeschichte in dieser Gegend. Im letzten Jahrhundert sind sehr viele Deutsche und Skandinavier in diesen Staat eingewandert. Es gibt viele Orte mit deutschen Namen, wie z.B. Berlin, Kiel oder Wittenberg.
Wir fahren weiter Richtung Norden, eine Strasse am Lake Michigan entlang. Das Wasser glitzert hinter den Häusern, und die Sonne wirft ihre weissen Strahlen auf alles.
Kurz vor dem Sonnenuntergang kommen wir in Marquette an und finden ein Motel direkt am Wasser. Ich schlüpfe noch schnell raus und finde einen einsamen Steinstrand am Wasser mit Blick auf die Stadt und entspanne.
Zum ersten Mal bin ich angekommen, in diesem Urlaub. Es ist schon erstaunlich,wie lange Mensch braucht (ego ungefähr eine Woche), um dem Trott zu entkommen und wo anders anzukommen. Monsieur Dijan hilft auch dabei (Danke Cyco).
Was ich auf dieser Reise (ebenfalls mal wieder) bemerkt habe, dies ist ein Land für Autos (keine besondere Überraschung, aber die Wirklichkeit ist erschütternd). Überall kommt man mit dem Auto hin, und man sieht ständig diese Fahrmaschinen überall, menschliche Wesen bewegen sich so gut wie nie auf den Strassen (ausser in den Touristenzentren großer Städte), und die Orte, an die man nur zu Fuss gelangt, hat man oft für sich allein.
Gut, das zu wissen.
Und noch etwas habe ich erkannt:
Ich gehöre ans Wasser.
