Guten Morgen liebe Leidensgenossen,
und herzlich willkommen zu dem wohlbekannten kleinen, wiederkehrenden
Kammerspiel „So spielt das Leben eben“, aufgeführt in der Originalversion,
Vorhang 3, am Montag (beliebtester Spieltag), Auftritt folgender Akteure:
Brille (begehrt, seltenes
Modell): verschwunden (selbstverschuldet), und natürlich nicht gegen Komplett-Verlust
gesichert. Das gewünschte Modell ist ausverkauft. Na gut, dann heißt es, eine neue aussuchen,
irgendwann wenn Zeit ist, im Bad liegen noch für knapp 2 Wochen Kontaktlinsen
rum.
Internet (flüchtig,
kompliziert, riesengroß und doch so klein): kaputt. Doch warum nur? Keiner weiß es, es hat natürlich auch keiner
dran rumgefummelt. Ich habe das Falsche
studiert (oder vielleicht doch genau das Richtige:) nach einer Stunde stöpseln,
klicken und mehr oder weniger leisem Fluchen funktioniert es wieder, bei allen
Mitbewohnern.
Internetabzocker
(Internetabzocker): Rechnung und Mahnung
flattert rein, die wollen was von mir, ich aber nicht von denen. Taktik:
aussitzen.
Fahrrad (schwarz, schnell):
ebenfalls kaputt, allerdings schon seit 2 Wochen, ich erwähnte es bereits: fand
ich doch glatt gleich 2 neue Fahrräder in den letzten Tagen, unangeschlossen versteht
sich von selbst, und ich brauche nur noch ein wenig dran rumzuschrauben
(hoffentlich), schon fährt sichs wieder velomässig entspannt in der Stadt
herum. Zwar nicht so schick und schnell
wie vorher, aber hey.
Zahn (gefüllt, ganz weit
hinten): noch nicht kaputt, aber bald.
Krone wird bestellt, schön aus Gold, man gönnt sich ja sonst nichts und schließlich
kann man mit über 30 auch mal ne ordentliche Krone vertragen.
Handy (klein, nervig, viel zu viele Funktionen): war
kaputt, geht jetzt aber wieder, Mikro wurde ausgetauscht, und gleichzeitig neue
Software draufgeladen, womit parallel das Handy resettet wurde, und ich 2
Stunden lang per Hand die Telefonnummern wieder eingeben durfte, weil ich
vorher keine Synchronisation vorgenommen hatte.
Klingel (mit integrierter
Videokamera und Gegensprechfunktion, topmodern, eigentlich) ebenfalls kaputt
seit ca. 2 Monaten, und dem Vermieter scheint’s schnurz egal zu sein. „Jaja“,
sagt er, „ich weiß, da müsste mal was gemacht werden.“ Gut, weitere Maßnahmen sind zu überlegen…(seine
Telefonnummer am Klingelbrett anbringen o.ä.)
Zimmer (klein, weiß, leise)
ungefragt umdekoriert, dabei abreagiert.
Sieht so besser aus.
Und DANN Auftritt Ferdi, die gute
Seele des Hauses: Anja, so ist das Leben. Immer.
Alle Akteure Abgang.
Schlussvorhang.
Applaus (verhalten).
Fazit der Vorstellung: an den
meisten Sachen die so passieren ist man doch wirklich entweder selber Schuld
oder man hätte schon längst damit rechnen müssen. Man weiß es doch, dass die
Dinge kaputt gehen, und will es nur nicht wahrhaben. Also, aufregen und vor allem aufgeben bringt absolut
gar nichts: Immer schön die Ruhe
bewahren, es gibt immer eine Lösung irgendwo. Mit ein bisschen Glück und
Zuversicht wird das schon wieder, und die Dienstagsvorstellung hat meistens
schon ganz andere Akteure aufzubieten.
Seit gestern hab ich ein neues
Motto über meinen Tisch gehängt, und zwar:
Never Give Up.
Recht hat er, der gute Lama.
Bin dann mal wieder los, hab
noch nen Termin mit dem Rest der Woche!