Ärsche, nachtein, nachtaus. Immer nur Ärsche. Und wenn es dann mal Tag wurde, gab es nichts, nicht mal den Hauch eines menschlichen Hinterteils. Und richtig kuscheln konnte man mit den anderen Barhockern auch nicht, die waren irgendwie so steif, so ungelenkig, so unweich. Also blieb Bruce bei den Ärschen. Die meisten, die sich auf ihn setzten, kannte er schon ganz gut; dicke Ärsche, breite Ärsche, weiche, runde Hintern, knackige, dralle Popos; die mochte er alle ganz gern, die waren schön warm, und manche konnten ihn gar ganz umspannen, sie hielten ihn im Winter warm und im Sommer die Sonne von der Sitzfläche, so dass ihm nicht zu heiss wurde.
Doch es gab auch welche, die nahmen ihm die Luft zum Atmen. Diese Ärsche, die waren so unfassbar breit und schwer, so wulstig und schwabbelig, wie man es nur selten sieht. Immer, wenn so einer in die Bar kam, flehten und ächzten die Hocker schon, und man wettete untereinander, auf welchen sich dieser Arsch nun setzen würde. Doch eigentlich wussten es alle schon, es waren meistens rein rethorische Wetten, man kannte ja seine Stammärsche, und meistens, eigentlich fast immer, musste Bruce herhalten. Schliesslich war er der beliebteste Barhocker weit und breit. Ja, er war der Stammbarhocker in seiner Bar, und so schnell würde ihm wohl keiner den Rang ablaufen, stand er doch an exponiertester Stelle.
Und wie gesagt, wenn diese besonders fetten Ärsche herein kamen, knackte Bruce kurz mit den Beinen und machte sich bereit auf eine lange Sitzung, die es fraglos werden würde. Und wenn diese Sitzungen zu lange dauerten, dann konnte es durchaus passieren, dass Bruce schwindelig wurde und er umkippte. Das war ihm dann immer ganz peinlich vor den anderen Hockern, denen so etwas sehr, sehr, sehr selten zugegen war. Dann nahm Bruce aber allen Mut zusammen und schimpfte auf seine dicken Besetzer, dass diese nicht an sich halten konnten und ihn mit seinen Ausdünstungen in die Ohnmacht zwangen. Das verstanden seine Barhockerkollegen nur zu gut.
Und so führte Bruce ein langes, hartes, aber erfülltes und glückliches Leben als Barhocker. Manchmal brach er sich ein Bein bei einer ordentlichen Schlägerei, doch sein Kneipier scheute weder Kosten noch Mühen, um Bruce immer so schnell wie möglich wieder fit zu machen, schliesslich war er sein bestes Stück am Thresen.
Nur tagsüber, da war Bruce manches mal ein wenig langweilig, war doch keiner der anderen Hocker auf seinem Niveau, konnte keiner so viel berichten wie er, schliesslich hatten die anderen noch nicht so viel Erfahrung im besitzen – auch Arscherfahrung genannt – wie er. Er hatte stets die besten, die lustigsten Geschichten zu erzählen, stand ständig im Mittelpunkt:
Er war der Star der Bar.
To be continued…