Sonntag, 12. November 2006
Ja wo gibt’s denn so was? An einem verregneten Samstagnachmittag in
Hamburg? Ganz einfach, Du gehst mit
einer guten Freundin/einem guten Freund in der blauen Stunde, egal bei welchem
Wetter raus und ab an die Landungsbrücken. Alles Weitere ist ebenfalls zum Nachahmen
empfohlen:
Eigentlich wollten wir noch ein
wenig Sonne abbekommen, aber sie wartete leider nicht auf uns, wie schon so oft. Doch was sagt M dazu: egal, ich hab noch
Sonne im Kopf. Herrlich. Wir schlendern und genießen das wunderschöne
dunkelblau, dass sich langsam über das Wasser, den Hafen und die Schiffe legt,
die gerade so schön leuchten, und wie die dunklen, mächtigen Wolken aufziehen. Ganz im Südwesten ist noch ein Stück heller
Himmel zu sehen. „Guck mal, da ist noch Hoffnung“ sagt M zu mir. Haaaach.
Wir spazieren weiter und ignorieren den Regen fleißig und
erfolgreich. Auf einer Empore machen wir
halt und saugen die raue Herbstluft ein, lassen uns vom Wind durchpusten, und M
sagt sie hat Soulfood mitgebracht. Hm???
Packt eine Tüte selbstgebackene Kekse aus und eine Flasche Kakao. Haaach, wie herrlich. Wir machen also ein Mini-Picknick im
Stehen. Auf dem weiteren Weg kommen wir
an dem wohl kleinsten deutschen Weinberg vorbei (Hamburger Stintfang Cuvée wird
dort angebaut, von dem ich übrigens gerne mal eine Falsche probieren würde). Langsam reift die Entscheidung in uns: jawohl, wir gehen auf den DOM und holen uns
noch mehr Soulfood! Gesagt, getan. Dort angekommen, bewaffnen wir uns zuerst mit
einem viel zu kleinen Dracula-Gebiss und einer Wasserpistole für je einen Euro. Die Erwachsenen interessiert das herzlich
wenig. Die Kinder machen fast alle mit
und lassen sich von mir (imaginär) mit der Pistole abschießen oder fletschen zurück
sobald wir unsere Vampirzähne aufblitzen lassen. Es macht Spass, ab und zu Kind zu sein.
Wir begutachten die Teenies an den Autoscootern; es gibt dort anscheinend große
Klassenunterschiede. Will sagen, es gibt
einen „coolen“ Autoscooter, einen anscheinend „mittelmäßigen“, und einen für
die Loser (würde mich nicht wundern wenn es so was schon gibt: Dissertation zum Thema: Repräsentation sozialer Milieus exemplarisch
dargestellt am Mikrokosmos der Autoscooter auf Jahrmärkten). Muss es halt auch
geben, sonst hätte Bourdieu ja Unrecht.
Wir machen ein paar schöne Fotos,
holen uns Schmalzkuchen und noch einen Kakao mit Schlagsahne, bevor wir
platzten. Melde mich zurück, wenn ich mich
erfolgreich wieder zusammengefunden habe!
Hausaufgabe fürs nächste Mal; bitte
beantworte folgende Frage: Welchen Sinn hat das
Spazierengehen? Gewonnen werden kann: ein Spaziergang mit mir und M :-)
Habe fast die letzten 3 Tage leicht vegetierend im Bett verbracht, weil mir dieses putzige Kerlchen einen Besuch abstattete: 
Nu gehts wieder, an der nächsten Geschichte bin ich am machen dran. Grüße nach draussen!
Mittwoch, 8. November 2006
Gestern Abend also auf einem „Mainstream“ Konzert in der
Alsterdorfer Sporthalle gewesen, mit Nele.
Lange haben wir uns nicht gesehen und hatten uns viel zu erzählen,
vorher, auf dem Weg dorthin, dort, undundund.
Wir trafen uns in ihrer neuen, wunderschönen Wohnung in der
Neustadt, ich liebe die Neustadt, da würde ich auch gerne wieder wohnen, mit
ihrer lieben Mitbewohnerin und redeten über vieles, tranken einiges Bier und
machten uns bald auf den Weg, mit einem 1,5 Liter Pack Orangensaft. Mit ordentlich Wodka drin. Mein Gott hatten
wir uns viel zu erzählen. Wir redeten
extra leise in der U-Bahn, trotzdem kannten uns und unsere Geschichten wohl
hinterher alle Mitreisenden. Dann haben
wir uns wodkaisiert-bedingt auf dem Weg zur Halle verlaufen und trafen eine
nette Stewardess auf ihrem nach Hausweg von Toulouse, die uns freundlicherweise
den Weg zeigte und wir sie dafür über den Berufsstand der Saft-Schubsen(oh,
nicht nett…) ausfragen durften. Endlich
an dem Ort des Geschehens angekommen, fiel Nele ein dass sie ja doch schon mal
dort war, nämlich um Emineminem zu sehen. Ich war das letzte Mal vor Jahren
dort um Rage Against The Machine zu sehen, hui, das ist lange her, und davor
noch ein einziges Mal(das ist jetzt aber echt 12 Jahre her, ahh) um die Beastie
Boys live erleben zu dürfen. Großartig.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Von der Vorband (Razorlight) haben wir nur die letzten
Akkorde gehört, aber das störte wenig, deswegen waren wir schliesslich nicht
dort. Wir wollten die Zeit ein wenig
überbrücken, und holten uns was; Bier. Die Schlange war lang, und nur ein
Mensch zapfte Bier, die anderen beiden starrten Löcher in die Luft. Nun war ich an der Reihe und fragte die
anderen beiden, ob sie nicht auch Lust hätten, Bier zu zapfen. Nö antwortete mir einer, der da drüben zapft
das Bier und das läuft eben so langsam, da kann man eh nichts machen. Müsst ihr
eben warten. Oh mann, ich gab ihm ein paar Anweisungen, wie man doch noch aus
mehreren halb gezapften einige vollwertige Biere zaubern kann. Dann kam unser Bier und wir konnten
gehen. Ich war sehr glaubwürdig als ich
ihm sagte, wir hätten schon bezahlt. Menschen in Gespräche verwickeln lenkt
ab. Mich aber auch, ich dachte wirklich,
wir hätten bezahlt. Egal, daran wird die
Veranstaltungsagentur schon nicht bankrott gehen. Nun hiess es Sitzplatz suchen, finden, und
die Pause überbrücken. Die Umbaupause
dauerte sooo lange, dass Nele kurz einnickte und ihr Bier fallen liess, dieses
in hohem Bogen einige Leute um uns herum besprenkelte. Es war an der Zeit, die Sitzplätze zu
verlassen. Wir gingen nach ganz oben in die Ränge und schauten auf die Masse an
Mensch, als das Licht ausging und der Jubel losbrach. Dieses Bild und die Stimmung waren
grossartig. Kennt Ihr Andreas Gursky?
Das ist ein Fotograph der apokalyptisch aussehende Fotos von Menschenmassen
gemacht hat. So ähnlich sah es dort auch
aus. Das Konzert war sehr gut, eine
Playlist kann ich nicht liefern, so etwas merke ich mir nicht. Nach ein paar getanzten Songs mit toller
Aussicht war es an der Zeit, sich ebenfalls in die Masse zu werfen. Die Halle war eine einzige Party, ein
einziges Gehüpfe. So sahs von oben aus. Unten angekommen, war dem immer noch so. Was hatten wir gute Laune, wir tanzten und
sprangen und sangen und hüpften und lachten.
Die meisten Menschen um uns herum taten dasselbe und amüsierten
sich. Einige nicht. Nele wurde öfter von Ziegen angehauen, dass
sie doch bitte nicht so viel springen soll.
Dass sie doch ein bisschen vorsichtig sein soll. Dass sie doch nicht
gleich ausrasten müsse. Wir sagten
diesen Leuten, dass sie sich vielleicht lieber einen Sitzplatz suchen
würden? Was auf wenig Gegenliebe stiess. Was machen solche Leute auf einem
Rockkonzert? Musik hören kann ich auch
zu Hause. Weiter machen, tanzen schreien
hüpfen. Hochleistungskonzertsport. Mein Ziel war, heute heiser zu sein. Ich habe
es fast geschafft, kann aber noch reden.
Die Band lieferte noch 2 Zugaben, dann wars aus und wir lernten Felix,
Olli, Tim, Tom, Malte oder Stefan kennen.
Eigentlich waren es nur 4 Jungs, aber wir gaben ihnen bestimmt 10
verschiedene Namen. Fanden sie jetzt
nicht ganz so prima, aber war ihnen auch nicht so wichtig. Sie wollten uns noch auf eine Party in
Eimsbüddel einladen, aber ich lehnte dankend ab. Kurz darauf waren alle verschwunden und ich
fuhr zurück in Richtung Pauli. Noch kurz
Tiffi im Sommersalon besucht und ab nach Huus.
Nun habe ich eine ordentliche Erkältung und mein Fahrrad
steht immer noch in der Neustadt.
Doch es bleibt keine Zeit zu grübeln; gleich geht’s mit dem australischen
Mitbewohni auf das Spiel Pauli gegen Osnabrück und später vielleicht zu den
Sons of Cyrus?
Bin dann mal eben weg, weiterrocken!
Resttextfetzen die immer noch im Kopf herumschwirren: I will be
the one who holds you in the End, and The Dark
will eat you up inside
Samstag, 4. November 2006
Heute habe ich mich für eine gute Stunde in die Welt der reichen Schnösel begeben. Ich war auf der Hanseboot, habe mir Yachten angeschaut und von besserem Wetter geträumt. Und dann habe ich Sie gesehen: 
(klickaufsBild = gross) Ein unbezahlbarer Traum in blauweiss, die Sunseeker Manhattan 66, nur nach Terminabsprache zu besichtigen...(5 m breit, 22 m lang, 2.200(sic!) PS, 2,5 Mio Eu.:-() Ein bisschen herumgeschlendert, wieder keinen Millionär kennengelernt und Fernweh bekommen. Positiv an den Messen ist, dass ich dort immer gratis hineinkomme, sehr praktisch, negativ war, dass ich leider nur 5 Fotos oder so machen konnte, da daraufhin die Batterien der Kamera alle waren. Und Du glaubst es nicht, auf dem ganzen Messegelände voll hochprotziger Hightechschiffe gab es nicht eine einzige popelige DoppelA Batterie zu kaufen. Hmpf. Als ich später den Heimweg antretten wollte, musste ich feststellen, dass mein Fahrrad strategisch äusserst ungünstig geparkt war: ich fand 3 Männer, die mir den Rücken zuwandten während sie fröhlich das Fahrrad anpinkelten! Wie die Hunde! JungsJungs, reisst Euch doch mal zusammen! Hier noch ein paar Fotos, die die Batterie gerade noch zuliess: Halle 1 
dieses Boot wurde im Jahr 1937 gebaut und ist wahrscheinlich auch unbezahlbar: 
ein aufblasbarer Jetski (für Kinder(?)) 
noch ein Boot: 
Bin dann mal die Sonne suchen!
Freitag, 3. November 2006
Neulich beim Stöbern durch das Vorlesungsverzeichnis entdeckt und für gut befunden, besonders den Punkt "anschliessend": 12.12.2006 Eine Fanomenologie: Fußball und seine Gesänge Prof. Dr. Reinhard Kopiez, Hochschule für Musik und Theater Hannover anschließend: Fangesänge zum Mitsingen
(hier die gesamte Veranstaltung) Da sag noch einer Fussball hat nichts mit Kultur zu tun! Wer kommt mit?
Donnerstag, 2. November 2006
Heute mal Werbung für die gute Sache: Hin da! 
Den Link findet Ihr hier, oder auch rechts unter Music: Konzerte, Booking und Punk Rock Radio. "Ein großes, herrliches Stück Punkrock erwartet uns an diesem Abend. Zwei deutschsprachige Bands, die in den oberen Beckenbereichen schwimmen, entern die Bühne des Planet Subotnik.
Pascow kommen aus dem Saarland und trotz unzähliger Konzerte, grandiosen Veröffentlichungen inkl. bester Reviews in allen relevanten Magazinen und einer täglich wachsenden Fangemeinde, haben die vier Jungs noch nicht einmal in Hamburg gespielt! Geht das? Nein, das geht nicht und daher freuen wir uns ganz besonders auf dieses Gastspiel. Intelligente Texte, treibende Gitarren, hohes Tempo und das ganze fernab jeglicher Klischees.
Das ist allerdings noch nicht alles, denn zudem werden Leistungsgruppe Maulich diesen Abend vervollständigen. In der Hamburger Szene eh tief verwurzelt, machen sich die Maulichs auch bundesweit und darüber hinaus einen Namen mit ihrem etwas düsteren, tiefsinnigen und treibenden Punkrock, der (von 2 Bässen getragen!) alles Dagewesene sprengt. Vergleiche mit EA80 und den Fliehenden Stürmen kommen immer wieder mal auf, können wir aber so nicht gelten lassen, denn die Leistungsgruppe steht auf ihren eigenen Beinen und das ist gut so!" Grüße Jungs! Hoffe das wird ein voller Erfolg für Euch!
Mittwoch, 1. November 2006
(klick auf Bild = groß) Papierloses Büro? Bei mir nicht! Sonst gäbs diese Splitter kaum…
Schon lange nicht mehr die
Morgenpost gekauft. Sonst täglich. Gutes Zeichen?
Leute, trinkt mehr Wasser(oder von
mir aus auch Bier/Wein) aus Glasflaschen.
Plastik ist die Pest.
Ganz niedlich: durch mein gekipptes Fenster weht ab und zu
ein Herbstblatt hinein. Soll ich ihn reinlassen? Er fragt mich ganz
charmant. Ich mag den Herbst.
Was ich aber wirklich schade finde,
ist dass es so früh dunkel ist. Man kann
auf seinen frühabendlichen Wegen die Menschen gar nicht mehr richtig
sehen. So huscht man nur aneinander
vorbei. Das machen wir doch sowieso
schon viel zu viel.
Sprecht mit Euren Nachbarn! Lernt fremde Menschen kennen! Quatscht mit den Leuten im Bus! Wünscht dem Kiosk Besitzer von Herzen einen
schönen Tag! Ladet jemand zum Kaffee
ein! Gegen die Kälte in den Herzen.
Die Zeit heilt fast alle Wunden. Zuminderst lindert sie den Schmerz. Die gute alte Zeit. Man könnte hiermit oder damit anfangen. Man muss die Dinge und Menschen gehen lassen wenn sie es wollen. Und wenn sie irgendwann zu einem zurück kommen, kommen sie freiwillig, und man kann sich um so mehr freuen. Erwartetes geteilt durch Erlebtes gleich Unzufriedenheit. constantly overworked and underfucked Listened to all day: Juliette and the Licks great: your speaking my language money in my pocket i never got to tell you what i wanted to
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